Das Monster Bürokratie

Das Monster ist ein Drache mit vielen Köpfen und schlägt man einen ab, wachsen ihm 2 nach. Die Drachenbekämpfer heißen Thomas Mayer und Peter Schlär. Beide engagierte Bäckermeister und beide aus dem Neckar-Odenwald-Kreis.

Handwerker aller Gewerke wollen top Arbeit für ihre Kunden liefern – aber im Schnitt sind es pro Woche 12,5 Stunden, die jeder Unternehmer noch zusätzlich aufwenden muss, um allen behördlichen Forderungen gerecht zu werden:

Hier ein Ausschnitt der Kontrollorgane des Staates mit denen man es regelmäßig in Unternehmen zu tun hat – und die Liste ist beliebig fortsetzbar.

1.  Finanzamt - Prüfung
2.  Rentenversicherung- Prüfung
3.  Lohnsteuer - Prüfung
4.  Berufsgenossenschaft - Prüfung
5.  Gewebeaufsichtsamt - Prüfung
6.  Eichamt – Prüfung
7.  Lebensmittel - Kontrollprüfung
8.  Futtermittel - Kontrollprüfung
9.  Zoll - Prüfung
10. TÜV SÜD
11. Regal -Prüfung
12. Feuerlöscher - Prüfung
13. Rolltor- Prüfung
14. VDS-Elektroprüfung
15. Brandmeldeanlage mit Aufschaltung, vierteljährliche Prüfung
16. Amt für Statistik
17. Veterinäramt

Neben erhöhtem Produktionsaufwand während Pandemiezeit als Grundversorger, kam kurz vorher noch die Umstellung von seit Jahren problemlos laufenden Kassensystemen auf von der Finanzverwaltung vorgeschriebene TSE Kassenmodule. Kosten ohne Ende, Folge-Umweltbelastung ohne Ende.
Aktuell die Digitalisierung der Krankmeldungen. Thomas Mayer berichtet: „Nur mit erhöhtem Geld und Zeitaufwand kommt man an die Information, dass Mitarbeiter krank waren. Für zeitnahes Personalmanagement ist es dann zu spät.“

Damit es im Neckar-Odenwald nicht „mau“ wird mit den Lebensmittelberufen müssen neue Unternehmer baldmöglichst nachkommen. Thomas Mayer sagt: Wird ein Windrad geplant und der Feldhamster ist schon da – dann steht der unter Artenschutz. Die Bäcker und Metzger sind schon länger auf dem absteigenden Ast und werden von der eigenen Art platt gemacht. Unternehmer sein muss Freude machen. Dann funktionierts auch mit den Grundversorgern. Sind die erst mal weg, sind sie weg. Wann gibt es dort, wo Regeln und Kontrollen organisiert werden (irgendeiner muss es ja sein) endlich ein Umdenken. Denn wenn man fragt, wer dafür verantwortlich ist, ist es mal wieder keiner gewesen.

Auch für Nina Warken, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Odenwald-Tauber, ist das Thema Bürokratieabbau seit jeher ein zentrales Anliegen. Dabei ist ihr der regelmäßige Austausch mit den Unternehmen vor Ort besonders wichtig. Erst kürzlich war sie daher bei Bäckermeister Thomas Mayer in der Backstube. Warken sagte fest zu, in Berlin den Druck aufrechtzuerhalten, um die Unternehmen bei der Bürokratie endlich nachhaltig zu entlasten.


Text: Michael Windmeißer, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Neckar-Odenwald-Kreis
Bild: Foto/Quelle: Marcel Ditrich; Büro Nina Warken, MdB

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